SCHROTH Indi Seat

  • Hallo,


    ich möchte mir eine passgenaue Sitzschale mit dem SCHROTH Indi Seat machen.

    Weiß jemand welche Größe/Volumen für den X-Bow passend ist?


    Danke für Eure Hilfe

    Nico

  • Je nach der eigenen "Fülle" eine der kleineren Versionen, da ja nicht viel Platz zu den

    seitlichen Wangen des Monocoque ist. Es sei denn du willst die Schale darüber rausragen lassen.


    Ich habe mir neulich einen Sitz mit dem feuerabweisenden 2K-Weichschaum von FlexFoam-IT gegossen.

    In dem 150 Liter Müllsack unter mir sind evtl so um die 5-7 Liter aufgequollen. Habe aber auch

    108kg "Kampgewicht", somit sehr wenig Platz zu den Seiten.8)


    Folglich sollte bei mir das kleinste oder zweitkleinste Indy-Seat Set reichen.


    .....bei sehr kleinen "Jockeystaturen" würde wohl auch das Mittlere ausreichen?

  • Wenn 2K Schaum und Trennmittel vorhanden, gehts wie folgt:


    Zuerst benötigt man einen stabilen Müllsack, in meinem Fall wars der mit 150 Liter.

    Dieser wird von innen mit dem flüssigen Trennmittel eingerieben, so dass später der ausgehärtete

    Schaumförmling einfach vom Müllsack entfernt werden kann.


    Auf der Carbon Sitz- und Rückenfläche werden nun insgesamt ca. 5-6 waagerechte Streifen

    doppelseitiges Klebeband aufgeklebt. Darauf wird der Sack mit dem unteren Ende zur vorderen

    Sitzwange, abschliessend, möglichst faltenfrei aufgeklebt. Das offene Ende des Sacks sollte "weit"

    oberhalb des Nackens sein, weil man vorher ja nicht genau weiss, wie viel sich der Schaum nach

    oben "ausbreitet" ;)


    Nu gehts ans eingemachte....

    Anzug an, Helm auf, reinsetzen, Lenkrad aufstecken. Genau die Position einnehmen, die man später

    haben möchte. Die Helfer (mind. 2) müssen nun richtig sorgfälltig Arbeiten und Gas geben. Der 2K

    Schaum muss in max. 30-40 Sekunden 100% mit dem (Bohrmaschinen-)Mixer angemischt werden.

    Ist dieses geschehen, müssen sie ihn dir innerhalb der nächsten Sekunden "in den Nacken" kippen.


    Natürlich IN den Sack :)


    Jetzt einfach für mind. 30 Minuten still sitzen bleiben und den Arxxx wärmen lassen.....


    Der Schaum breitet sich von unten "Luftfrei" um das 3-12-fache aus. Je nach gewähltem Schaum.

    Somit hat man eine Perfekt zum Körper angepasste Sitzschale, die man später mit Alcantara beziehen,

    oder einfach mit Panzertape bekleben kann.

  • Mehrere Jungs aus dem Forum haben mir einen individuellen Sitz empfohlen und mittlerweile ist der Schroth Indie Seat auch in meinem X-Bow drin.


    Nach knapp 400 km hier ein erster Eindruck, vor allem aber ein paar Sätze und Bilder zur Durchführung und Anpassung:


    Den Indie Seat kann man sich auf der Website von Schroth ansehen:

    Im Wesentlichen ein transparenter Folien-Sack mit vielen kleinen Styropor-ähnlichen Kügelchen und einem Ventil um ein Vakuum halten zu können. Dazu eine Härter-Flüssigkeit.


    Schroth verkauft das Material für den IndieSeat in mehreren Größen, um den Sitz für unterschiedliche Autos und Fahrer-Staturen anpassen zu können.

    Hier machts insbesondere die Füllmenge, um eine schmale Fahrerstatur gut "einpacken" zu können, brauchts halt mehr Material als bei einem Piloten, der mit mehr Kilos auf den Rippen die Mulde selbst gut ausfüllt ;)

    Darum gibts hier leider keinen guten, allgemeingültigen Tipp für den X-Bow.


    Der Sack wir dann mehrfach in die Sitzmulde eingepasst, an den Fahrer modelliert, mit Vakuum versteift, wieder probegesessen und angepasst und beschriftet. Das dauert.

    Passt es dann, kommt der Härter zu den Kügelchen in den Foliensack, es wird wieder vormodelliert und im Auto mit Fahrer nachgearbeitet. Das sollte zügig geschehen, nach einigen Minuten härtet die Masse unter dem sitzenden Fahrer (rennfertig mit Helm usw.) aus.


    Hier gleich mein erstes Fazit bzgl. der "Herstellung":

    Allein ist es nicht möglich ein brauchbares Ergebnis hinzubekommen und ohne Erfahrung hat man leider beste Chancen es zu vergurken. Das liest sich in der Beschreibung alles vergleichweise easy, in Wirklichkeit sind das x Stunden Arbeit und man muss wissen was man macht.


    Mein Tipp:

    Von jemandem machen lassen, der es kann. Das Material kostet schon gut 300 €, beim Fehlversuch kauft man zwangsläufig alles neu. Es muss nach dem Aushärten eben passen. Teuer für "try and error"...


    Im Bild ist der zugeschnittene Sitz mit geschützten Kanten mittels Gewebeband. Was noch fehlt, ist der Bezug mit Nomex/Mesh/Alcantara, je nach Anforderung.


    Das Wichtigste: Man sitzt! Und zwar bequem und entspannter durch die viel größere Auflagefläche und Stützung. Es passt eben exakt. Man fühlt das Auto besser, ist ein neues Fahrgefühl. Nebenbei sitze ich tiefer (nach Wunsch so modelliert), die Ohren-Kopfstütze passt endlich.


    Mein Fazit: Zurecht empfohlen, hätte ich früher machen sollen!


    Wen es interessiert:

    Meinen Sitz hat Jörn Saal von RTS Rennsport in Sinzig bei Bonn gemacht. Bin nicht verwandt, verschwägert oder auf deren payroll, aber zufrieden. Netter Kontakt, top Ergebnis.

  • Wolfgang,

    hab nicht zu viel versprochen, oder?


    Da macht das X-Bow fahren doch gleich doppelt so viel Spaß.

    .....und warte erst, bis du damit das erste mal auf dem "Berg" fährst :)


    Gruß aus dem sonnigen Hannover


    Matze

  • Matze, so isses.

    Wobei man erst merkt wie gut der Tipp ist, wenn man dann wirklich selbst drin sitzt und es passt. Ich würd es auch für reine Landstrassenfahrer empfehlen, weil man durch die stützende, durchgängige Auflage muskulär weniger "machen" muss. Der Effekt ist schon stark.


    Grüße

    Wolfgang

  • Der Aufwand klingt echt riesig, habe mir einige Videos dazu angeschaut.


    Dem Ergebnis stimme ich voll zu , besser sitzen geht nicht. Überlege auch damit ...


    Zu meiner Formel Zeit wurde das noch mit 2 Komponenten schaum gemacht , und war in unter 1/2 Std fertig .

    Danach überschüssig abschneiden und dann mit Tap bespannt . Aber wenn die Berechnung des Volumens falsch war, haste die ganze schei.... über einen bekommen und der Overall war schrott.


    Also von daher coole Sache

  • So ist es auch heute noch Hiller. Viel zu teuer und die "ausgehärtete" Schale bröselt dann durch die vielen kleinen Styropor Kügelchen ab und neigt zum Brechen und durchsitzen (wegen der kleinen Styoporkügelchen als Füllmaterial).


    Besser: Kauft euch einen großen, stabilen Müllsack (240 Liter Bauschuttsack). Wenn der zur kurz sein sollte (muss über die Schultern gehen), dann mit einem Tesa Band faltenfrei ein paar Zentimeter dazukleben. Dann 10-15 Dosen vom billigsten, ganz wichtig 2Komponenten!! Schaum im Baumarkt kaufen. Materialkosten ~ € 50-60.-. Ein, zwei Freunde bitten zu helfen, 6-8 Dosen mal reinblasen, den Rest in der sitzenden Haltung dann mit langem Füllrohr (Schlauch) reinblasen). 15 Minuten warten und fertig ist das Ganze. Im Schulter Bereich Malerfolie mit UV-Kreppband aufkleben, zum Schutz vor evt. ausquellenden Schaum.

    Der 2K Schaum aus dem Baumarkt ist viel stabiler, härter, neigt nicht zum Brechen (keine Kügelchen) und vor allem bröselt dieser deshalb auch nicht. Das Schroth Zeugs (praktisch 1K) wird mit Wasser?! angemacht und muss dann tagelang trocknen bis dieser mit Alcantara bezogen, oder mit Tapeband beklebt werden kann. Was soll daraus schon werden?


    Mit einem angepassten Sitz meint man, man hätte ein neues Auto! Viel Spaß beim Schäumen...


    VG

    Chris

  • Das Schroth Zeugs (praktisch 1K) wird mit Wasser?! angemacht und muss dann tagelang trocknen bis dieser mit Alcantara bezogen, oder mit Tapeband beklebt werden kann. Was soll daraus schon werden?


    Ganz einfach Chris, daraus wird ein gescheit passender Sitz ohne Sauerei.


    Die geringe Menge Wasser ist lediglich die zweite Komponente, welche die Reaktion des Härters auslöst. Das sagt mal gar nichts über die spätere Festigkeit aus.

    Die hängt maßgeblich davon ab, ob z.B. der eingefüllte Härter wirklich sorgfältig verteilt wird. Zuwenig Härter in Bereichen bringt auch zuwenig Festigkeit.


    Das Schroth System pauschal bzgl. der Qualität abzuwerten greift zu kurz, schlechte Erfahrungen haben Gründe. Sowohl Schaum als auch der Schroth haben Grenzen bei der Stabilität. Hohl liegende Flächen z.B..

    Im Endeffekt bestimmt der Umgang mit dem Sitz seine Lebensdauer. Wie im richtigen Leben.


    Sei es drum, wir diskutieren hier nicht BMW oder Mercedes. Was Du schreibst, unterstreicht nur was ich zum Ausdruck bringen wollte:


    Beide Methoden sind alles andere als einfach und narrensicher. Immer sind know how, Geschick und Helfer notwendig, Fehler können teuer werden. Sei es ein Sitz der nicht passt, unsinnige Formgebung, falsche Verarbeitung, 2K Schaum im Cockpit oder auf einem 1.000 € Overall, you name it...


    Baut Euch trotzdem einen Sitz, fährt sich klasse. :)


    W.






  • So einen Sitz will ich mir auch schon seit einiger Zeit machen, scheue mich aber vor dem Aufwand und befürchte das es nichts wird. Will es daher von jemanden machen lassen, der Ahnung davon hat. Kennt ihr jemanden im Raum Frankfurt, der sowas macht?

  • War eigentlich klar, ich hab auch lange überlegt, ob ich die Frage überhaupt stellen soll. Ich hätte mir am Bilster Berg Deinen Sitz mal genauer anschauen sollen